Vor der Bar, 1935
Eduard Braun
Öl auf Leinwand
rechts unten signiert und datiert
Größe: 60 x 50 cm
Rahmen: 69 x 59 cm
Artist biography
Eduard Braun
Eduard Braun war ein deutscher Zeichner, Grafiker und Holzschneider des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1902 in Wetzlar geboren und arbeitete später vor allem in Berlin. Bekannt wurde Braun insbesondere durch seine expressiven Zeichnungen und grafischen Arbeiten, die häufig das Leben der Großstadt, soziale Spannungen und menschliche Außenseiter thematisierten. Seine Werke zeigen Einflüsse des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit.
In den 1920er- und 1930er-Jahren schuf Eduard Braun zahlreiche Tuschezeichnungen, Holzschnitte und Gemälde mit Motiven aus dem Berliner Alltag. Titel wie „Bahnhof Friedrichstraße“, „Vorstadtkneipe“ oder „Arbeitslose“ verdeutlichen sein Interesse an urbanen Szenen und gesellschaftlichen Randfiguren. Seine Arbeiten wirken oft düster, eindringlich und psychologisch aufgeladen.
Neben Zeichnungen arbeitete Braun auch mit Öl, Aquarell und Kreide. Besonders seine grafischen Blätter zeigen eine kraftvolle Linienführung und starke Hell-Dunkel-Kontraste. Viele seiner Werke beschäftigen sich mit Einsamkeit, Großstadtleben und inneren Spannungen des Menschen. Dadurch gehört er zu jener Generation deutscher Künstler, die die gesellschaftlichen Umbrüche der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts künstlerisch verarbeitet haben.
Eduard Braun starb in den 1970er- beziehungsweise 1980er-Jahren in Berlin; die Quellen nennen unterschiedliche Todesjahre.
Kunstakademie Düsseldorf, sowie die Studienwerkstätten in München.
1926 entstehen die ersten Holzschnitte und Eduard Braun beginnt mit seiner Arbeit als Illustrator.
1927 Übersiedlung nach Berlin, dort lebte er in den 1930er Jahren in der Wormser Straße 6a. Braun arbeitet als Illustrator und Zeichner u.a. für „Der Querschnitt“, „Simplicissimus“, „Jugend“, „Ulk“, „Illustrierte Republikanische Zeitung“, „Velhagen und Klasings Monatshefte“, daneben auch in Zeitschriften des Scherl-Verlages „Der Tag, „Die Woche“, sowie für die Düsseldorfer Zeitungen „Phönix“ und „Neue Post“.
3. September 1932 Heirat mit Franziska Ottilie Peppinghaus (17.03.1904 Radevormwald, Kreis Lennep – ?). Die Ehe wird am 30. Oktober 1948 geschieden.
1937 wird der Holzschnitt „Trödler“ aus dem Bestand der Kunstsammlungen der Stadt Düsseldorf als „entartet“ beschlagnahmt.
1938 illustriert er den Band „Alle Tage Gloria“ (Berlin: Büchergilde Gutenberg) von Felix Riemkasten.
1940-45 Kriegsdienst und russische Gefangenschaft.
1946 Rückkehr nach Berlin. Eduard Braun arbeitet (teilweise unter dem Pseudonym „Urban“) für die Zeitungen „Der Telegraf“, „Kurier“ und „Nacht-Depesche“, sowie bei den satirischen Zeitschriften „Uylenspiegel“ und „Insulaner“.
1946 illustrieren drei seiner Holzschnitte Erich Honeckers Band „Die Rolle der Freien Deutschen Jugend im geistigen Ringen unserer Zeit – Rede auf der IV. Tagung des Zentralrates der Freien Deutschen Jugend am 28.-30. November 1946 in Berlin” (Berlin: Verlag Neues Leben).
7. Juli 1949 zweite Ehe mit Edith Else Luise Karlick (24.01.1908 Königsberg (Ostpr.) – 08.10.1984 Berlin).
1972 geht „Der Telegraf“ bankrott und Braun wird arbeitslos. In der Folge arbeitet er zuletzt als Pförtner in einem Studentenwohnheim.
Eduard Braun lebte in der Bamberger Straße 8 in Berlin-Charlottenburg.
1985 erschien posthum der Band „Berlin SOS. Gedichte, Lieder, Chansons“ (Edition Handpresse Gutsch, 200 Ex.) mit Gedichten von Walter Mehring und Holzschnitten Eduard Brauns.
Ausstellungen
1971 Beteiligung an der Ausstellung „Die zwanziger Jahre“, Galerie Nierendorf, Berlin
1977 Beteiligung an der Ausstellung „Wem gehört die Welt. Kunst und Gesellschaft in der Weimarer Republik“, Staatliche Kunsthalle Berlin
1987 Beteiligung an der Ausstellung „Berlin, Berlin – die Ausstellung zur Geschichte der Stadt”, Martin Gropius Bau, Berlin
1987 Beteiligung an der Ausstellung „Herbst 1987. 357 Werke von 68 Künstlern des zwanzigsten Jahrhunderts“, Galerie Nierendorf, Berlin
1990-92 Wanderausstellung „From Expressionism to Resistance: Art in Germany 1909 – 1936. The Marvin and Janet Fishman Collection“ (Milwaukee, Berlin, Frankfurt a.M., Emden, New York, Atlanta, La Haye, Brüssel, Genf)
2002 Teil der Ausstellung „German and Austrian Art of the 1920s and 1930s: The Marvin and Janet Fishman Collection“, Haggerty Museum of Art at Marquette University, Milwaukee
Sammlungen
Berlinische Galerie, Berlin
Städtische Museen Wetzlar
Mary and Leigh Block Museum of Art (Northwestern University), Evanston (USA)
Ohio State University Billy Ireland Cartoon Library & Museum, Columbus (USA)